Good morning, Sir!

Die Tür geht auf, 34 kleine Glubbschaugen schauen mich erstaunt an; ich schau ähnlich erstaunt zurück. Dann bricht die Hölle los. Es ist mein zweiter Tag an der Ntsheekgopu Primary School (glaubt ihr dass ich den Namen immer noch nicht sprechen kann) und ich soll spontan für eine abwesende Lehrerin in der 3. Klasse einspringen. Theoretisch sind wir angewiesen, nicht alleine zu unterrichten, woran sich aber seit Tag 1 nicht gehalten wird. Kein Wunder bei acht Lehrern für 413 Kinder. Ich stehe also in einem kleinen Klassenzimmer durch die staubigen Fenster knallt schon um halb 10 Uhr die Sonne, das Atmen fällt von Minute zu Minute schwerer. Um mich herum laufen die Kinder, spielen Fangen oder nehmen sich gegenseitig die Stifte weg. Unterrichten in diesem...

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Irgendwo in Afrika

Und ein weiteres Mal heißt es Umziehen. Nachdem ich eine Woche im ungewissen war, wie es in Südafrika weiter gehen soll ist nun klar: Ich soll erneut das Projekt wechseln. Doch alles auf Anfang. Während unseres Urlaubs in Durban wurde anscheinend entschieden, dass das House of St. Paul keine zwei männlichen Freiwilligen aufnehmen kann. Die Gründe hierfür liegen, soweit ich Das begriffen habe, tief in den Kloster-Interna vergraben. Zuerst muss man wissen, dass Schwester Lioba, unsere Chefin und Projektleiterin, durch ihren Job eine recht einmalige Position im Kloster hat. Während die meisten Schwestern außer „Schwester sein“ keine Aufgabe haben, leitet sie ein prestigeträchtiges Projekt mit mehreren Angestellten, hat Kontakte in der ganzen Stadt,...

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Winterurlaub

And the wheels of the bus go up and down, up and down. Mal wieder sitzen wir Stunde um Stunde im Bus. Diesmal geht es aber nicht in irgendein Dorf im Nirgendwo, nein wir fahren in eine echte STADT. Durban, „the warmest place to be“, lautet unser Ziel, denn der erste Urlaub des Jahres steht an. Und da wir ja gerade Winter haben und es entsprechend kalt im Freestate ist, ging es ganz spontan runter zum Indischen Ozean. Viel zu planen gab es nicht, schnell den Bus sowie ein Hostel für die ersten Tage gebucht fertig waren wir. Erst kurz vor der Abfahrt viel uns auf, dass man ja auch irgendwie zum Bus kommen müsste. Nach einigem hin und her erklärte sich der Pfarrer dazu bereit, und hin zu fahren. Das hat mich in der Tat ziemlich überrascht, zeigte er sich doch...

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O phella hantle

Ich fühle mich ein wenig wie kurz nach Neujahr – gerade erst versprochen, wieder regelmäßiger zu berichten und schon zwei Wochen ohne Eintrag, so ist es halt mit gute Vorsätzen. Es ist ja auch um einiges angenehmer, sich einfach in die Sonne zu legen und nichts zu tun also auf so einen blöden Bildschirm zu schauen und über einem  neuen Text zu brüten. Denn auch wenn es hier eigentlich tiefster Winter ist – auf Europa umgerechnet wäre es gerade der28. Dezember, wo sind eigentlich meine Weihnachtsgeschenke – haben wir am Tag noch schöne 20°. In der Nacht wird es dann schon mal etwas kühler, dass es hier nicht schneit ist eigentlich nur dem trockenen Klima geschuldet: in den letzten drei Monaten hat es hier genau einen Nachmittag geregnet. Doch nur...

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Berge!

Berge! Oder zumindest etwas Bergähnliches erhebt sich langsam am Horizont. Zwar liegt Reitz auf fast 1800 Meter über Null, aber von ein paar kleineren Hügeln ist von Berglandschaft hier wenig zu sehen. Als Bayer ist das natürlich ein Zustand der so schnell wie möglich geändert werden musste. Am Samstag sind wir mit dem Pfarrer/Gastvater nach Clarens gefahren, weil besagter dort geschäftlich etwas zu erledigen hatte. Sascha und ich wollten uns nicht die Gelegenheit entgehen lassen, mal für einen Tag aus unserem Dörfchen rauszukommen – und trotz 50.000 Einwohnern ist Reitz ein Dorf, mit zwei Supermärkten, Dorfjugend am Stadtplatz und vermodertem Krimskramsladen. Clarens wird in unseren Reiseführern als eine der wenigen Attraktionen in Free State...

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Ora et Labora

Wie ihr sicher gemerkt habt, werden die Abstände zwischen den Beiträgen immer größer und größer – wer kennt das nicht, am Anfang hat man so tolle Vorsätze wie „jede Woche schreibe ich etwas“ oder „Ich notiere jede Kleinigkeit“, aber Resultat schaut meistens doch etwas anders aus. Natürlich stellt sich nach einiger Zeit einfach Routine ein, und es ist nicht zwingend spannungsfördernd, jede Woche über die verspätete Fahrt ins Büro und das ewig gleiche Mittagessen zu berichten. Der geneigte Autor verringert seine Aktivität also vorwiegend auf Neues. Und – welch Überraschung – es gibt etwas Neues! Namentlich „House of St. Paul“, zu finden im wunderbaren Reitz in Free State, einem katholischen Frauenkloster. Nein, ich bin nicht...

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Unterwegs im Township

Während den Vorbereitungsseminaren wurde uns immer wieder erzählt, die ersten Wochen und Monate im Gastland wären am faszinierendsten gleichzeitig aber auch am härtesten für uns Freiwillige. Der Mensch brauche zwischen ein und zwei Monaten, um sich an neue Gegebenheiten zu gewöhnen – der gemeine Schüler dürfte das nach sechs Wochen Sommerferien bestätigen können.  Nun bin ich inzwischen für knapp 1 ½ Monate in Südafrika und es  stellt sich tatsächlich eine gewisse Routine  ein, ich habe mich an das Leben im Haus gewöhnt. Ich sage extra nicht Township, denn von Orange Farm und seinen Bewohnern habe ich immer noch nicht viel gesehen. Es ist normal geworden, sich jeden Morgen mit kaltem Wasser zu waschen, im dunklen Hühnchen mit dem Löffel vorm...

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