Unterwegs im Township

Während den Vorbereitungsseminaren wurde uns immer wieder erzählt, die ersten Wochen und Monate im Gastland wären am faszinierendsten gleichzeitig aber auch am härtesten für uns Freiwillige. Der Mensch brauche zwischen ein und zwei Monaten, um sich an neue Gegebenheiten zu gewöhnen – der gemeine Schüler dürfte das nach sechs Wochen Sommerferien bestätigen können.  Nun bin ich inzwischen für knapp 1 ½ Monate in Südafrika und es  stellt sich tatsächlich eine gewisse Routine  ein, ich habe mich an das Leben im Haus gewöhnt. Ich sage extra nicht Township, denn von Orange Farm und seinen Bewohnern habe ich immer noch nicht viel gesehen. Es ist normal geworden, sich jeden Morgen mit kaltem Wasser zu waschen, im dunklen Hühnchen mit dem Löffel vorm...

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Brot und Wasser

Heute sind es auf den Tag 4 Wochen, die ich bisher in der Regenbogennation verbringen durfte. Es waren keine leichten Wochen, aber sie gingen doch schneller vorbei als gedacht. Seit dem letzten Blogeintrag hat sich leider nicht besonders viel geändert. Sowohl zuhause als auch auf der Arbeit gebe ich mich der Langeweile hin. Dazu kam, dass wir die letzten Tage auf der Arbeit keinen Strom hatten, weil uns die Stromleitungen geklaut wurden. Da unsere Arbeit hauptsächlich aus Computerkram (Scannen, Lebensläufe abtippen, PCs für Bewerbungen bereitstellen) besteht, ist natürlich noch weniger Los als sonst. Einen Nachmittag konnte ich mal helfen, die Trümmer der eingestürzten Kirche, die als unser Büro dient, von einem Platz zu einem anderen zu tragen, aber sonst...

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Arbeit? Welche Arbeit?

Heute, am 15.4 beginnt meine zweite Arbeitswoche hier in Südafrika, seit zehn Tagen lebe ich nun das, was ich mir als größtes Abenteuer meines kurzen Lebens vorgestellt habe.  Und ich muss sagen, langsam stellt sich Ernüchterung ein. Um euch zu zeigen warum, Liste ich mal meinen normalen Tagesverlauf der letzten Woche auf: 6:30 – Wecker klingelt, ich bin zu müde und drücke auf die Schlummer-Taste. 6:40 – Wecker klingelt zum zweiten Mal, ich steh auf. 6:45 – Ich fülle die Badewanne zu knapp 10% mit Wasser, zum Teil aus dem Kochtopf, zum Teil aus dem spärlich fliesenden Wasserhahn.  Mehr Wasser ist nicht drinnen, es würde einfach zu lange dauern, zwei Ladungen heißes Wasser zu kochen. 6:55 – Ich wasche mich mit einem Lappen und mach mich...

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Welcome to Orange Farm

Da bin ich also; Orange Farm, Township, mitten in einer der kriminellsten Gegenden der Welt. Und es ist beeindruckend. Als man mir gesagt hat, ich würde nicht in einen Vorort, sondern direkt ins Township kommen, musste ich erst einmal schlucken. Ihr kennt wohl alle die Vorurteile, die man in Deutschland von diesen Enklaven hat. Wellblechhütten, kein Strom, kein fließend Wasser, Mörder und Vergewaltiger an jeder Straßenecke. Nun, ich müsste lügen, wenn ich sage, dass dies alles nicht stimmt. Es gibt hier tatsächlich solche Stellen, auch in Orange Farm.  Hier leben mehr Menschen als in einer deutschen Kleinstadt, und ähnlich vielseitig sind auch hier die Facetten. Ich wohne hier bei Lonia, einer sehr netten und herzlichen Frau, die ich auf um die 40...

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Arrvial Camp

Finally. Mit zwölf anderen Freiwilligen stehe ich am Flughafen Johannesburg und warte auf den Weitertransport zu unserem Hotel. Es war ein ziemlicher Kampf hierher zu kommen: Probleme mit dem Visum, zwei Verschiebungen, und besonders ruhig war der Flug am Ende auch nicht. Drei von uns ursprünglich 16 haben es nicht geschafft mitzukommen und reisen hoffentlich im August nach. Und der Rest von uns steht am Flughafen und… friert! Da kommt man aus dem eiskalten, verschneiten Deutschland nach Afrika und hat dieselben Temperaturen wie zuhause, so war das nicht abgemacht. Wir werden recht bald mit einem Bus abgeholt und zusammen mit einem AFS-Mitarbeiter zu unserem Arrival Camp gefahren. Und Camp trifft es erstaunlich gut. Während die Vorbereitungswochenenden in...

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Ich packe (k)einen Koffer (1)

12. März 2013 – der Frankfurter Flughafen ist wegen Schneestürmen vorrübergehend gesperrt, Hamburg hat mehr Schnee in zwei Tagen als im ganzen Winter davor, und auch in München versteht man unter Frühling etwas anderes. Mir könnte es eigentlich egal sein, schließlich sitze ich morgen im Flieger in den Süden – theoretisch. Denn was braucht man in der Regel zum Ausreisen: genau, einen Reisepass. Und meiner liegt noch beim Konsulat von Südafrika und wartet auf einen passenden Visums-Stempel. Irgendwie überrascht mich das nur wenig; immerhin konnte ich mein Visum auch erst letzte Woche beantragen. Und ich bin nicht alleine: Von 17 Freiwilligen haben genau fünf ihr Visum erhalten. Deshalb haben wir den auf den 26.3. verschoben. Das gibt dem Konsulat noch...

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